Exkursion in die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald.

Eine Begegnung mit der Vergangenheit hatten die Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen auf der Fahrt in das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald. Während auf der Busfahrt noch eine unbekümmerte Fröhlichkeit in der Luft lag, verfielen die Schülerinnen und Schüler bereits auf dem sogenannten „Karacho-Weg“ in bedrückende Stille. Auf diesem Weg wurden die Juden auf menschenverachtende Art in das ehemalige KZ getrieben.

Nur wenige Kilometer von der Stadt Weimar entfernt entwickelte sich das Konzentrationslager zu einem der größten Lager in Deutschland. Es wurde zwischen Juli 1937 und April 1945 auf dem Ettersberg als Arbeitslager betrieben. Insgesamt waren in diesem Zeitraum etwa 266 000 Menschen aus allen Ländern Europas inhaftiert.

Zu Beginn des Rundgangs wurde ein Film gezeigt, indem Überlebende über den Alltag im sog. „Großen Lager“, dem Hauptlager erzählten. Anschließend begann die Führung. In einem ehemaligen Kommando-Raum der SS (Schutzstaffel) sahen wir eine Nachbildung des KZ, auf dem man auch die mittlerweile nicht mehr existierenden Gebäude, u. a. das „Kleine Lager“ sehen konnte. Jenes wies noch wesentlich schlimmere Bedingungen im Vergleich zum „Großen Lager“ auf. Danach ging es durch das Tor mit der Aufschrift „Jedem das Seine“ in den extrem beengten Gefangenenbereich. Dieser Schriftzug, der aus heutiger Sicht als gehässig angesehen werden muss, stellt im Nachhinein ziemlich deutlich dar, welche Sicht die Nationalsozialisten in Bezug auf die Inhaftierten hatten, nämlich das diese die Inhaftierung verdienten. Nach der Führung war jedoch klar, dass dieses Bild aus der heutigen Perspektive nicht aufrechterhalten werden kann. Die Schüler sollen laut des Lehrplans des Faches Geschichte und Sozialkunde in der Lage sein, demokratische Werte und Einstellungen zu entwickeln, diese zu vertreten, zu leben und ggf. auch zu verteidigen und eben diese Kompetenz wird durch Konfrontation mit offensichtlichem Unrecht geschult.

Auf der Heimfahrt war dann von der Unbeschwertheit der Hinfahrt wenig zu spüren. Viele Schüler zeigten sich sehr betroffen oder zumindest beeindruckt und mussten das Gesehene erst einmal verarbeiten.