Mut und Team

An einem Mittwoch im Oktober 2017 ging es für die Schüler der 10 I nicht wie gewohnt an ihren Platz in das Klassenzimmer, sondern auf die Wiese vor der Schule und in den Pausenhof. Warum? Weil dieser Tag für die „Mut und
Team“–Bildung freigehalten worden ist. 

Denn von der 9. Klasse einer Mittelschule oder einer anderen Schule in die weiterführende Wirtschaftsschule zu kommen heißt auch, dass anfangs alles fremd scheint und, dass man plötzlich mit neuen und möglicherweise noch unbekannten Mitschülern den Schulalltag bestreiten muss. Da ist es wichtig, sich kennenzulernen, Freundschaften zu schließen und vor allem als ganze Klasse, in der man voraussichtlich bis zum Abschluss lernt, in einem Team zusammen zu wachsen.

Dass diese Entwicklung zielgerichtet voran ging, dafür sorgte
Maik Prozeller vom Managementzentrum des Naturparks und Biosphärenreservat Bayer. Rhön. Mit tollen Ideen, viel Empathie für die Schüler und Geduld schaffte er es, am Ende des gemeinsamen Tages die Schüler näher aneinander zu bringen.

Er ließ die SchülerInnen nach einer allgemeinen Vorstellungsrunde verschiedene Geschicklichkeitsspiele bewerkstelligen, bei denen es stets darauf ankam, dass alle mitmachten und überlegten, gemeinsam zum Ziel zu gelangen.

So wurde beispielsweise die Klasse in zwei Gruppen eingeteilt. Maik Prozeller gab vor, dass jede Gruppe eine Strecke über ca. 60 m bewerkstelligen muss. Darin allein sah keiner ein Problem. Allerdings musste diese Strecke auf Baumstammscheiben hinterlegt werden, die in ihrer Anzahl begrenzt waren. Ein Schüler musste mit einem Bein oder beiden Beinen bereits auf einer Scheibe stehen, um eine neue zu legen. Der Boden durfte also beim Vorankommen nicht berührt werden. Dies wurde von den zwei Gruppen jeweils auch eifrig umgesetzt.

Auch das Vertrauen in den anderen sollte gefördert werden. Eine Schülerin ließ sich dazu freiwillig auf einer Decke liegend von vier Mitschülern über eine Distanz von ungefähr 50 m tragen. Die Strecke führte dabei auch über Treppenstufen. Auch hier durfte ebenfalls der Boden mit den Füßen nicht berührt werden. Das Team jeweils musste dafür Sorge tragen, dass die Deckenträger immer eine freie Baumstammscheibe vor sich liegen hatten. Auf diese durften Sie dann mit ihrer kostbaren Fracht treten und kamen so sicher zum Ziel. 

Eine der letzten Aufgaben hatte als Inhalt, dass die ganze Klasse ein Netz aus mehreren Seilen so stramm spannen und in der Luft halten sollte, dass ein Mensch sich darauf legen konnte. Auch diese Aufgabe meisterten sie bravourös und zwar so einwandfrei, dass ich nicht zögerte, mich als ihre Klassenlehrerin als erste Person auf das Netz zu legen und tragen zu lassen. Auch ein weiterer Mitschüler zeigte Vertrauen in das Netz seiner Klasse und ließ sich lachend von der Klasse in die Luft heben. Leider war dieser Tag schnell vorbei und könnte gern wiederholt werden.

Die 27 Schüler/-innen der 10 I bewiesen, dass sie im Team gut zusammen arbeiten konnten. Sie verstanden, dass es Aufgaben gibt, die sich nur gemeinsam bezwingen lassen. Dies wird ihnen hoffentlich auch in der kommenden gemeinsamen Schulzeit immer in Erinnerung bleiben und ihnen helfen, diese bis zum Abschluss erfolgreich gemeinsam zu meistern.

Einen ähnlich schönen Tag zur Stärkung der Klassengemeinschaft erlebten ebenfalls unsere siebten Klassen und die
Klasse 10 II.

Ines Krettek