Kurz vor Ende des Schuljahres hatten sich die Schülerinnen und Schüler in der Aula der Wirtschaftsschule versammelt, um bei der feierlichen Schildübergabe dabei zu sein. Ein eher unauffälliges Metallschild stand da plötzlich im Mittelpunkt, doch es geht um etwas Großes: die Schule, die sich das Schild an die Hauswand montieren darf, verpflichtet sich offiziell, eine starke Haltung gegen Rassismus und Diskriminierung, für ein wertschätzendes und werteorientiertes Miteinander einzunehmen.
Im Vorfeld haben mindestens 70% der Schulgemeinschaft ihre Unterschrift abgegeben und es wurde ein Pate, Clown und Zirkuspädagoge „Herr Lui“ (Lui Böhler, Würzburg), ernannt. Weitere Aktionen und Projekte an der WS NES sollen die Werte eines offenen und fairen Umgangs miteinander im Schulalltag mit Leben füllen.
Viel Applaus ernteten die Redebeiträge des Projektpaten, der lokalen Ansprechpartnerin des Netzwerkes „Schule ohne Rassismus/ Schule mit Courage“ Mina Friedlein vom Kreisjugendring Rhön Grabfeld, der Schulsozialarbeiterin Angelika Martin, der beiden Schulleiter und der Schülerinnen und Schüler der Projektgruppe an der WS NES. Genanntes Netzwerk ist das größte schulische Netzwerk in Deutschland und die Wirtschaftsschule bildet die 117. Schule in Unterfranken, die beitritt. Gleich im Anschluss an die Schildübergabe begannen die ersten Workshops über das ganze Schulgebäude verteilt. Es gab Musikbeispiele aus aller Welt, Infos zu den Weltreligionen, Erklärvideos zu Zivilcourage, eine Meinungswand, interkulturelle Spiele und und und …
Zwei Tage später sollen weitere Ideen umgesetzt werden. Das Planspiel „Augen auf“ für die neunten und zehnten Klassen will aufklären über Strategien von rechtsextremistischen Gruppierungen in den sozialen Medien, die achten Klassen werden sich mit Hilfe eines Stationenlaufs dem Thema respektvolles Verhalten und Vielfalt widmen. Es bleibt spannend und vor allem: es bleibt wichtig. Egal ob auf der weltpolitischen Bühne oder im Klassenzimmer nebenan: ein mutiges und gleichzeitig rücksichtsvolles Einstehen füreinander ist zentral für zukünftige Generationen.
Stephanie Szabo