Wie lebten die Menschen früher und mit welchen Werkzeugen arbeiteten sie? Die Antworten auf diese Fragen wurden mithilfe eigener Erfahrungen gefunden. Oft fällt es schwer, sich eine Vorstellung davon zu machen, wie unsere Vorfahren ihr Leben gestalteten. Wenn man dies jedoch, gerade als junger Mensch, selbst ausprobieren kann, dann fällt es gleich leichter.
Um unseren Schülerinnern und Schülern der Klasse 6b diese Möglichkeit zu bieten, waren wir am 17.03.2026 im Archäologiemuseum in Bad Königshofen. Den Schwerpunkt bildete eine Führung durch die Archäologie-Ausstellung, mit Funden aus dem Raum Grabfeld, und ein Workshop in der Steinzeitwerkstatt. Damit alle Schülerinnen und Schüler nah genug an die zu betrachtenden Ausstellungsstücke herankommen und auch jeder in der Werkstatt aktiv werden konnte, teilten wir unsere große Klasse in zwei Gruppen.
Dadurch konnten alle bei der Führung das gut erhaltene Skelett der Neusteinzeit aus nächster Nähe betrachten und gemeinsam über Alter, Geschlecht, Gesundheit und Beruf des Verstorbenen sprechen. Anschließend wurde vor einem Modell eines Langhauses überlegt, wie viele Menschen in einem solchen wohnten, welche Baumaterialien benutzt wurden und welche Tiere aus welchem Grund mit im Haus lebten. Danach wurde ein Teil eines Stoßzahnes und das Stück eines Kiefers von einem Mammut begutachtet. Die Schülerinnen und Schüler erschlossen daraufhin gemeinsam die Menge an Fleisch, die ein solches Tier für eine Sippe bot. Die Museumspädagogin leitete die Gespräche, an der sich die Schülerinnen und Schüler rege beteiligten.
Wirklich selbst ausprobieren, wie sich Arbeit und damit der Lebensunterhalt mit rudimentären Werkzeugen gestaltete, konnte man in der Steinzeitwerkstatt. Einen Lederbeutel mit heutigen Werkzeugen und Flüssigkleber in einem warmen Raum herzustellen war zwar kein Vergleich zu den damaligen Verhältnissen, gestaltete aber ein „Mitbringsel“ aus der Steinzeit für zu Hause. Etwas näher erlebten die Kinder die Steinzeitverhältnisse für kurze Zeit draußen, unter freiem Himmel. Bei niedrigen Temperaturen bohrten sie ein Loch in einen Stein mithilfe eines hölzernen Bohrers. Zwischen zwei Steinen Getreidekörner in Mehl zu verwandeln, gestaltete sich ähnlich anstrengend. Eines wurde jedoch allen klar: Es dauert alles sehr lange bis man etwas von seiner Arbeit hat und man kann erahnen wie mühsam das Leben unserer Vorfahren war.
Am Ende unserer Exkursion waren dann alle wieder froh den technischen Fortschritt genießen zu können: warme Räume, fließendes Wasser, elektrisches Licht, eine angenehme Busreise und Smartphones.
Benjamin Kiesel und Pauline Söder