„Mobbing: wenn Ausgrenzung einsam macht“- ein Riesenthema mit simplen Mitteln inszeniert

63 Jugendliche aus den siebten Klassen der WS NES fanden sich in der Aula der FOS/BOS zu einem Theatererlebnis der besonderen Art ein: zwei junge Schauspielerinnen des Weimarer Kultur-Express, einem Tourneetheater, boten ein rasantes Stück mit offenem Ende.

Laura ist ein Mathe-Ass mit sehr engagierten Eltern, ihre neue Banknachbarin ist die selbstbezogene, beliebte Klassensprecherin Franzi, die Laura bald das Leben zur Hölle macht. Es beginnt mit kleinen Übergriffen. Franzi möchte Lauras Platz, sie zwingt sie zum Lügen in der Schule, Papierkugeln fliegen und eine Jacke verschwindet, …. doch bald werden die Sticheleien zur Schikane und Laura wird online fertig gemacht: Beleidigungen und gemeine Kommentare häufen sich, sie wird sogar heimlich in der Umkleide fotografiert und findet die Fotos dann in den sozialen Medien. Die Klassenkameraden lachen und ärgern munter mit, Lehrkräfte sehen das Problem nicht.

Laura fühlt sich krank, wenn sie nur an die Schule denkt und hat Schwierigkeiten, Eltern und Lehrer auf ihr Leiden aufmerksam zu machen. Letztendlich kommt es zum Showdown der Schülerinnen und beide verschwinden wutentbrannt von der Bühne. Schweigen im Zuschauerraum; das abrupte Ende hat nachdenklich gemacht. 

Doch die beiden Künstlerinnen schaffen es, die Jugendlichen zu aktivieren, indem sie direkt nach der Darbietung eine Diskussionsrunde aufmachen: Wo genau habt ihr im Stück Mobbing festgestellt? Wie hätte man der Betroffenen helfen können? Welche Erfahrungen haben wir alle selbst gemacht? Ist man eine Petze, wenn man Erwachsene einschaltet? Nach anfänglichem Zögern gab es viel Redebedarf zu einem leider immer noch aktuellen Thema.

Stephanie Szabo

 

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